|
|
 |
 |

WM 2006 - 31 Tage lang das größte Büro der Welt
WM 2006 - 31 Tage lang das größte Büro der Welt
Für die Fußballweltmeisterschaft wurden in wenigen Wochen mehr als 50.000 Quadratmeter temporäre Officefläche für Journalisten aus aller Welt geschaffen.
Mit nur zwei Buchstaben lässt sich das bestimmende Thema des Sommers in Deutschland beschreiben. Die WM! Das weltweit größte Fussball-Fest stand ganz im Zeichen schwarz-rot-goldener Begeisterung. Die Welt war zu Gast bei Freunden. Aber auch die Weltpresse strömte in die zwölf deutschen WM-Städte, um hier von den Spielen zu berichten und die überwältigende Stimmung in alle Welt zu tragen. Dabei ist es den Organisatoren gelungen, die mehr als 15.000 Journalisten aus über 200 Ländern von einer perfekten Veranstaltung zu überzeugen und ihnen optimale Arbeitsbedingungen in inspirierender Atmosphäre zu bieten.
Bei der Gestaltung der großen Pressebereiche, die unmittelbar an die Stadien anschlossen war Kreativität und gestalterisches Geschick gefragt. Standorte wie zum Beispiel das Stadion-Schwimmbad in Hannover, die Eisarena in Nürnberg oder ein 8.000 Quadratmeter großes Zelt auf dem Maifeld in Berlin boten ein ganz besonderes Umfeld für die Pressezentren. Hierzu wurde ein perfekt abgestimmtes Konzept für anspruchvolles Office-Ambiente mit Komfort und modernsten technischen Kommunikationsmöglichkeiten geschaffen, das gleichzeitig auch Rückzugsflächen sowie Raum zum Entspannen und für die Begegnung mit Kollegen bot.
Entwickelt wurde das anspruchsvolle Architekturkonzept von den jungen Wiesbadener Innenarchitektinnen Nicole und Yvonne Guttandin von G2-Innenarchitektur. Die Zwillingsschwestern zeichneten zuvor bereits für die Gestaltung der Medien- und Akkreditierungs-Bereiche beim Confed-Cup 2005 verantwortlich und bestanden die Feuerprobe, die sie für die WM 2006 qualifizierte.
WM-Arbeitsstadt mit Biergarten
Grundidee der Gestaltung war ein annähernd städtisches Konzept mit einem urbanen Mittelpunkt und davon ausgehenden - durch Laufstraßen miteinander verbundenen - Freizeit- und Arbeitsbereichen.
Der Besucher betritt die Medienzentren entlang einer auffallend abgesetzten Bodenfläche und wird jeweils zu einem großen, geradlinig gegliederten Empfangsdesk geleitet. Ein Deckensegel unterstützt dabei die Führung in den Innenraum. Dem Empfangsbereich angegliedert befinden sich zahlreiche im Raum verteilte Serviceboxen die orbital um einen Zentralen "Marktplatz" geordnet sind. Die zwischen den Arbeitsbereichen entstehenden Plätze dienen als Verweil- und Wartezonen. Stufen bieten sich hier zum Sitzen an. Grünpflanzen auf den Plätzen und Zonen mit Kunstrasen verbinden städtisches Parkflair mit der Assoziation an das Spielfeld im benachbarten Stadion. Das Beleuchtungskonzept unterstützt den städtischen Charakter zusätzlich. Um die Plätze sind Spiegel-Werfer-Leuchten errichtet, eine Anmutung an Laternen und eine effektvolle Ergänzung zu den großen Gasdrucklampen unter der Decke.
Herzstück der Architektur ist stets ein im Zentrum integrierter "Biergarten", der als Gastronomiebereich und optische "Naturzone" dient. Eine zylinderförmige Konstruktion mit grün und blau durchgefärbten Acrylflächen begrenzt den Bereich und vermittelt geschickt Außenraum-Armosphäre. Die nach unten grün verlaufenden Flächen assoziieren Gras, während das Blau im oberen Bereich an Himmel erinnert.
Die in geradliniger Formensprache gestalteten Arbeitsbereiche für Presse und Fotografen gliedern sich um den Biergarten. Halboffene Arbeitsboxen wechseln sich mit Arbeits-Freiflächen ab, um die Großfläche geschickt zu unterteilen. Ihre klaren Strukturen stehen im Kontrast zum dem kreisrunden Zentrum des Raumes. Die Anordnung und die farbliche unterschiedliche Gestaltung der Bereiche dienen der Orientierung.
Heimisch fühlen in urbanem Umfeld
Material und Farbe und Qualität spielten bei der Gestaltung der Pressebereiche eine ganz besondere Rolle. Die Farbauswahl, die eine besondere Wohlfühl-Raumatmosphäre entstehen ließ, wurde speziell auf die offiziellen WM-Farben in Blau, Grün, Gelb und Grau abgestimmt. Alle eingesetzten Materialien sollten angenehm heimische Atmosphäre mit hochwertiger und robuster Objekteignung verbinden.
Eines der wichtigsten Gestaltungselemente stellte der Bodenbelag dar, bei dem sich die Architektinnen speziell für Teppichboden entschieden, der nur in wenigen Bereichen durch Linoleumflächen ergänzt wurde. Die Größe der Hallen und die dadurch bedingten akustischen Probleme machten einen Bodenbelag erforderlich, der den Schall optimal reduzieren kann. Zudem sah das Konzept eine intarsienreiche Gestaltung des Bodens in unterschiedlichen Farben vor. Insgesamt rund 44.000 Quadratmeter Fläche galt es in den zwölf Pressezentren mit Teppichboden zu bestücken. Als Zulieferer entschieden sich die Architektinnen für die Vorwerk Teppichwerke. Mit der Vorwerk Qualität SANTINA fanden Sie bei dem Hamelner Teppichhersteller eine Objektqualität, die auf Anhieb alle Voraussetzungen und Ansprüche erfüllte. Eine perfekte Farbabstimmung, die Erfüllung aller objekttypischen Eigenschaften, optimale Strapazierfähigkeit durch hochwertige Antron Markengarne und die umweltgerechte Herstellung der Teppichböden - eine Anforderung der Organisatoren - waren ausschlaggebend. Zudem musste der Bodenbelag einfach, schnell und sicher auf unterschiedlichsten Untergründen zu verlegen sein. Die speziellen Vorwerk Rückenkonstruktionen ermöglichen es den Teppichboden selbstliegend auch in großer Fläche zu verlegen und jederzeit wieder rückstandslos aufzunehmen. Das war von besonderer Bedeutung, da die WM-Architektur nur für ganze 31 Tage bestand haben sollte und im Anschluss ebenso schnell und ohne Spuren wieder entfernt werden musste. In der Zwischenzeit war sie jedoch extremsten Belastungen ausgesetzt und durfte dabei zu keiner Zeit ihr Gesicht verlieren.
WM-Architektur für eine kurze Ewigkeit
Während die Planungen des Gesamtkonzeptes mehr als zwei Jahre dauerten, waren für die Realisierung im Sommer 2006 nur etwas mehr als ein Monat eingeplant. Vier Wochen, in denen allein für den Bodenbelag mehr als 65 Tonnen Teppichboden quer durch die Republik transportiert und zeitgenau geliefert und verlegt werden mussten. Eine logistische Meisterleistung! Da an den einzelnen Standorten keine Lagerflächen vorgesehen waren, mussten Hersteller und Verleger perfekt abgestimmt und "just-in-time" zusammenarbeiten. Die Einrichtungsarbeiten in allen WM-Pressezentren wurden durch die Firma Karp Raumgestaltung in Dreieich ausgeführt. Insgesamt 35 Verleger des Unternehmens waren für die Installation vor und den Rückbau nach der WM verantwortlich. Die Journalisten, Fotografen und Kameraleute, die den Komfort der Medienzentren in den vier Wochen genießen durften haben von diesem Kraftakt allerdings nichts mitbekommen. Sie erlebten eine Architektur, die wie die Stimmung der WM fast für die Ewigkeit gereicht hätte. Während die Stimmung sicher noch lange anhalten wird, ist einer der größten temporären Officebereiche nach nur 31 Tagen nur noch positive Erinnerung.
Detailangaben zu den Gewerken:
Architekten:
G2 INNENARCHITEKTUR
Strasse der Republik 20
65203 Wiesbaden
Dipl. Ing. Nicole Guttandin (FH)
Tel: (0611) 16 66 15 77
Dipl. Ing. Yvonne Guttandin (FH)
Tel: (0611) 16 66 15 88
E-Mail info@g2-innenarchitektur.de
Fax: (0611) 16 66 15 99
www.g2-innenarchitektur.de
Verlegearbeiten:
AUGUST KARP RAUMGESTALTUNG GMBH
Im Steingrund 2
63303 Dreieich
Christian Karp
Tel: (06103) 30 09 90
E-Mail: info@august-karp.de
Fax: (06103) 30 09 911
www.august-karp.de
Teppichboden:
VORWERK & CO TEPPICHWERKE GMBH & CO. KG
Kuhlmannstr. 11
31785 Hameln
Tel: (05151) 103-0
Fax: (05151) 103-377
E-Mail: presse@vorwerk-teppich.de
www.vorwerk-teppich.de
|
 |
|  |
|
|